Teil 5: Worauf ist zu achten beim Grundstückskauf

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Teil 5: Worauf ist zu achten beim Grundstückskauf

Teil 5: Worauf ist zu achten beim Grundstückskauf

Serie: Wie läuft ein Immobilienkauf ab?

Ein Grundstückskauf ist für die meisten eine einmalige Investition im Leben. Deshalb ist es sehr wichtig, dass man den Grundstückskauf gründlich plant. Für die Wahl des Grundstücks sollte man sich Zeit nehmen. Es geht um eine Entscheidung und Investition, die das künftige Leben grundlegend beeinflussen wird. Neben den Überlegungen wie und wo man leben will, sollte man auch frühzeitig mit einer Bank die Baufinanzierung klären.

Vor dem Grundstückskauf sollte man folgende Punkte prüfen:

Die Lage – das wichtigste Kriterium beim Grundstückskauf

Wie gut ist die Infrastruktur in der Gegend? Wie weit ist es zur nächsten Einkaufsmöglichkeit, zum Arzt oder zu öffentlichen Verkehrsmitteln? Blicken Sie auch in die Zukunft. Die Kinder werden größer. Wie sieht es mit Schulen und Kindergärten in der Nähe aus?
Achten Sie auf Gewerbe oder Geruchs- oder Lärmbelästigung in der Umgebung.
Lage und Form des Grundstücks sind von großer Bedeutung. Nicht jedes Grundstück ist ideal geschnitten. In Baugebieten muss der Abstand zwischen Haus und den Grundstücksgrenzen jeweils drei Meter betragen. Ist das Grundstück zu schmal, müssen eventuell Abstriche beim Hausgrundriss in Kauf genommen werden. Am besten man beschafft sich einen Lageplan beim Katasteramt und zeichnet das geplante Haus probeweise in den Lageplan ein.
Bei Hanggrundstücken können eventuell höhere Kosten anfallen. Zum Beispiel für die Anlage von Stützmauern und bei den Außenanlagen.
Wie ist das Grundstück ausgerichtet? Sind Terrassen und der Freizeitbereich des Gartens im Süden? Bei Hanggrundstücken mit wunderbarem Blick kann sich die Ausrichtung des Hauses nach anderen Gesichtspunkten richten.

Kann das Grundstück bebaut werden – Besteht ein Baurecht für das Grundstück?

Es muss entweder ein festgesetzter Bebauungsplan vorliegen oder das Bauvorhaben muss sich nach Art und Maß der Nutzung, Bauweise und überbauter Fläche in die Umgebung einfügen.
Der Bebauungsplan gibt Aufschluss, ob und wie gebaut werden darf. Im Bebauungsplan ist festgelegt, wieviel des Grundstücks überbaut werden darf und wie viele Etagen errichtet werden dürfen. Außerdem ist festgelegt wie z. B. die Fassade gestaltet werden muss, welche Materialien erlaubt sind, welche Dachform vorgeschrieben ist und wie der Garten bepflanzt und gestaltet werden muss.

Entstehen zusätzliche Kosten für die Erschließung?

Die Erschließung muss gesichert sein. Sind Erschließungskosten für Wege, Wasser, Abwasser bereits im Kaufpreis enthalten? Sind Ausbaumaßnahmen im Umfeld geplant, an denen sich die Anwohner beteiligen müssen?Eine Anfrage beim zuständigen Bauamt bringt Klarheit.

Auf zusätzliche Kosten achten!

Auch die Beschaffenheit des Grundstücks ist wichtig. Sind Planierungs-, Abbruch- oder Baumfällarbeiten notwendig oder besteht Altlastenverdacht? Die Tragfähigkeit des Bodens sowie die Grundwassersituation sind für die Gründung des Hauses wesentlich. Hier können erhebliche Zusatzkosten entstehen. Ein Baugrundgutachten bringt Aufschluss.

Hat das Grundstück Belastungen?

Der aktuelle Grundbuchauszug sollte eingesehen werden. Dies ist möglich beim Grundbuchamt des örtlichen Amtsgerichts. Bauplätze können mit Rechten Dritter belastet sein. Dies kann ein Fahr- oder Wegerecht von Nachbarn oder Landwirten sein. Eventuell können auch Stromkonzerne ein Leitungsrecht haben.
Es können Baulasten auf dem Grundstück liegen. Baulasten ändern den Wert des Grundstücks. Es kann sich bei einer Baulast um Grenzabstände handeln, die in der Vergangenheit nicht eingehalten wurden. Baulasten sind in einem Verzeichnis vermerkt, das im Bauamt angefordert werden kann.

 

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