Welche Zusatzkosten fallen beim Kauf einer Immobilie an?

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Welche Zusatzkosten fallen beim Kauf einer Immobilie an?

Welche Zusatzkosten fallen beim Kauf einer Immobilie an?

Wer eine Immobilie bauen oder kaufen möchte, sollte zuvor exakt ermitteln, mit welchen Gesamtkosten zu rechnen ist. Der Kaufpreis einer Immobilie ist in der Regel der größte Posten beim Immobilienkauf. Es fallen aber beim Erwerb einer Immobilie weitere, nicht zu unterschätzende Kosten an. Deshalb sollten sämtliche Nebenkosten gründlich kalkuliert werden.

Maklerprovision – 3 % zzgl. Mehrwertsteuer = 3,57 % brutto.

Makler berechnen je nach Region eine Provision von 3 bis zu sieben Prozent des Kaufpreises. In Bayern beträgt die Maklerprovision derzeit 3 % zzgl Mehrwertsteuer. Die Maklerprovision ist nach Beurkundung zur Zahlung fällig.

Grunderwerbssteuer – in Bayern 3,5 %

Bemessungsgrundlage für die Grunderwerbssteuer ist in der Regel der Kaufpreis. Die Höhe der Grunderwerbssteuer ist in Deutschland von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich (siehe Aufstellung). Die Grunderwerbssteuer ist vom Käufer zu tragen.

TIPP:

Nicht der Grunderwerbssteuer unterliegt der Erwerb von in der Immobilie befindlichen Einrichtungsgegenständen. Diese sollten jedoch im Kaufvertrag einzeln unter Angabe des jeweiligen Preises oder als Anlage in einer Inventarliste aufgeführt werden.

Die Grunderwerbssteuer ist umgehend zur Zahlung fällig. Erst nach Zahlungseingang der Grunderwerbssteuer stellt das Finanzamt die sogenannte Unbedenklichkeitsbescheinigung aus. Ohne Vorlage der Unbedenklichkeitsbescheinigung wird der Eigentumsübergang im Grundbuch nicht eingetragen.

Übersicht der derzeitigen Grunderwerbsteuersätze der Bundesländer (Stand 24. April 2014):

  • Bayern: 3,5 %
  • Baden-Württemberg: 5,0 %
  • Berlin 6,0 % seit 1.1.2014
  • Brandenburg 5,0 %
  • Bremen 5,0 % seit 1.1.2014
  • Hamburg 4,5 %
  • Hessen 5,0 %
  • Mecklenburg-Vorpommern 5,0 %
  • Niedersachsen 5,0 % seit 1.1.2014
  • Nordrhein-Westfalen 5,0 %
  • Rheinland-Pfalz 5,0 %
  • Saarland 5,5 %
  • Sachsen 3,5 %
  • Sachsen-Anhalt 5,0 %
  • Schleswig-Holstein 6,5 %
  • Thüringen 5,0 %

Die Notar – und Grundbuchkosten betragen ca. 1,5 % – 2 %

Der Notar muss den Kaufvertrag beurkunden. Die Gebühren für den Notar sind gesetzlich vorgeschrieben und werden staatlich überwacht. Eigentümer einer Immobilie ist man erst mit der Eintragung ins Grundbuch.

Wer seinen Hauskauf mit einem Darlehen finanziert muss eine Grundschuld ins Grundbuch eintragen lassen. Auch für diesen Eintrag fallen Gebühren an.

Erschließungskosten

Bei einem Grundstückskauf sind eventuell noch Erschließungskosten ( z.B. Straßenzugang, Anschlüsse für Wasser, Strom, Abwasser, Gas, Telefon) zu berücksichtigen.

Kosten für Umzug/Renovierung/Möbel

Zusätzlich sollten Kosten für den Umzug, Kosten für die Renovierung und Kosten für die Anschaffung neuer Einrichtungsgegenstände kalkuliert werden.

Bei einem Kaufpreis von 200.000 € belaufen sich die Kosten für Makler, Notar und Grunderwerbssteuer auf 18.140 € (= 9,07 %). Da die Erwerbsnebenkosten ziemlich zeitnah nach dem Kauf der Immobilie zu bezahlen sind, sollten die Kosten aus liquiden Mitteln bezahlt werden können.

7 Comments

  1. Adrian Graur sagt:

    Wir wollen ein Haus kaufen. Zuerst müssen wir unser Budget planen und diesen Beitrag ist für uns sehr hilfreich. Vielen Dank für die Erläuterung von Zusatzkosten, die auf uns warten. Jetzt weiß ich z.B., dass ich lieber die Kosten für Notar im Voraus berechne.

  2. Wir suchen jetzt nach eine neue Wohnung, weil meine Frau jetzt mit unserem 3 Kind schwanger ist. Für die Budgetplanung wollen wir im Voraus alle Kosten Berücksichtigen und diesen Beitrag ist für diesen Zweck sehr hilfreich. Gut zu wissen, dass die Notar- und Grundbuchkosten 1,5 – 2 % des Kaufpreises betragen.

  3. Wir wollen gern ein neues Haus kaufen. Es ist gut zu wissen, dass Maklerprovisionen im Schnitt zwischen 3 und 7 % sind. Hoffentlich finden wir einen Immobilienmakler, der uns helfen kann unser Traumhaus zu finden.

    • Vielen Dank für den Kommentar. Kurz vor Weihnachten 2020 ist ein neues Gesetz in Kraft getreten, das die Verteilung der Maklercourtage beim Immobilienkauf regelt: Beauftragt der Verkäufer eines Einfamilienhauses oder einer Wohnung den Makler, muss er dann mindestens die Hälfte der Courtage tragen.Insbesondere ist es künftig nicht mehr möglich, die Maklercourtage vollständig dem Käufer aufzubürden, wenn (auch) der Verkäufer den Makler beauftragt hat. Ziel des Gesetzes ist, private Käufer von Wohnimmobilien von Kaufnebenkosten zu entlasten.

  4. Gut zu wissen, dass der Eigentumsübergang im Grundbuch erst nach Zahlungseingang der Grunderwerbssteuer eingetragen werden kann. Mein Onkel möchte sich ein neues Haus auf dem Lande kaufen. Er hofft, dass er die Grunderwerbssteuer möglichst schnell zahlen kann, damit die Eigentumsübertragung auch möglichst schnell eingetragen wird.

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